Claire Monestès

Unsere Gründerin in zehn Datenjahren

1898

An ihrem 18. Geburtstag ist Claire die beste Partie von Chambéry, ihrer Heimatstadt. Sie ist behütet im Schatten des Croix du Nivolet, einem Gipfel, der die Stadt überragt, aufgewaschen. Aber plötzlich kommt der erste Bruch ihres Lebens : die Bank ihres Vaters geht bankrott.

Um ihrer Familie zu helfen, wird Claire Französischlehrerin an einer Schule der Sacre Coeur Schwestern in Dublin, Irland. Nach zwei Jahren kehrt sie nach Frankreich zurück, aber nicht nach Chambéry, sondern nach Marseille, wohin ihre Familie umgezogen ist, ihr Vater hoffte, dort Arbeit zu finden.

1904

In Marseille entdeckt sie eine für sie unbekannte Welt : Die Welt der Arbeiterklasse. Durch ihre Begegnungen nimmt sie soziale, aber auch spirituelle Bedürfnisse wahr.

1906

Als sie in der Fastenzeit die Predigt von Pater Eymieu, einem Jesuiten aus Lyon, hört, fühlt sie, dass sie vielleicht auch von Christus dazu berufen ist, ihm ganz zu folgen. So nimmt er den ganzen Raum in ihrem Leben ein. Aber wie kann sie sich in Frankreich engagieren, als das Land sich inmitten einer Trennung von Kirche und Staat befindet und die Ordensleute aus dem Land ins Exil geschickt werden?

1910

Sie folgt ihrer Familie nach Genf. Sie beginnt, sich mit Musik und intellektueller Arbeit zu beschäftigen : Sie erhält den zweiten Orgelpreis am Konservatorium und sie liest mehr als 400 Titel an der Universitätsbibliothek – Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Philosophie -. Sie schickt ihre Berichte an Pater Eymieu, damit er wissenschaftliche Quellen in seinen geistlichen Bücher zitieren kann.

1912

Claire fährt nach Paris, wo einige ihrer Freundinnen eine neue Form des geweihten Lebens entwickeln, die es ihnen ermöglicht, sich in den Dienst der Menschen und der Arbeitswelt zu stellen. Claire beteiligt sehr stark daran.

1917

Aber am Vorabend des Tages der Anerkennung dieser religiösen Gruppe durch den Bischof von Paris wird sie brutal ausgeschlossen. Es ist ein Zusammenbruch für sie.

Sie geht zurück nach Marseille. Sie nimmt die „Mittagsmissionen“, die von den Cénacle Schwestern in Paris initiiert worden waren, wieder auf und führt sie in Marseille durch. Es geht darum, junge Arbeiter einzuladen, eine dynamische Predigt in der Mittagspause in einer Kirche zuhören.

1921

Mehrere Freundinnen schließen sich ihr an. Sie wollen „etwas mit ihr machen“. Leidenschaftlich in der gegenwärtigen Welt und nicht in der Welt von gestern, in der ständigen Anpassung an die Realität, wie sie sagt, verpflichten sie sich gemeinsam, legen Gelübde ab. Wofür? Um Missionarinnen zu sein, aber hier, in jeder Situation. Eine Freundin, die ihre Bewunderung für den missionarischen Eifer des heiligen Franz Xaver kennt, schlägt vor, diese neue Gruppe „Xavière“ zu nennen.

1933

Nach Marseille, wo die Arbeit der „Mittagsmissionen“ weitergeht, fahren einige „xavières“ nach Paris. La Xavière „erweitert den Raum ihres Zeltes“.

1935

Die Anerkennung von La Xavière durch die Kirche ist eine neue Etappe, die Claire in ihrem Projekt bestätigt.

1939

Claire stirbt am 14. Februar… aber die Türen für La Xavière sind geöffnet.


Gudrun ist mit 27 Priestern des Bistums nach Marseille geflogen (Oktober 2017)

 

 

Dialog, Gastfreundschaft, offene Türen, Begegnung und Geschwisterlichkeit sind die Wörter, die wohl am besten die Erfahrungen der Hamburger Reisegruppe in Marseille umschreiben.
Die gesellschaftliche und pastorale Situation zeigte sich bei vielen Begegnungen, sowie das Zusammenleben der Kulturen.


Für das marseiller Team steht jedoch fest: „Damit die Pfarrei sich entwickeln kann müssen Glauben und Spiritualität im Zentrum stehen. Wir wollen alle Menschen zu Jüngern machen. Es gibt zwei wichtige Dinge in der Pfarrei: Die Gottes- und die Nächstenliebe.“

 

Am 18. Oktober, zum Lukasfest  predigte  in Notre Dame de la Garde Marc Aveline der Weihbischof in Marseille. Hier ein Auszug:

« Das Reich Gottes ist euch nahe ». Dadurch, dass die Kirche diesen Text ausgewählt hat um das Gedächtnis des Heiligen Lukas zu begehen, hilft sie uns, die zentrale Botschaft des dritten Evangeliums zu verstehen : Gott « macht sich nahe », Gott sucht unsere Nähe. In Jesus begegnet er allen Frauen und Männern. Er kommt uns nahe, um uns seinen Bund anzubieten, seine Barmherzigkeit zu offenbaren, seine Güte zu verkünden…

22688856_10155768276861530_1335639961438850232_nIn seiner ersten Enzyklika Ecclesiam suam hat Papst Paul VI die Verbindung hergestellt zwischen der Geste Gottes, den Menschen nahe zu sein und mit ihnen einen Bund einzugehen, und der Geste, die die der Kirche sein soll : auf die Menschen zuzugehen, den Dialog über das Heil zu suchen. Die Kirche macht sich zur „Botschaft“, hat Paul der sechste gesagt, „sie ist Wort, sie ist Gespräch“. Und der Papst hat auf einer „Offenbarung im Dialog“ eine Theologie der „Mission im Dialog“ gegründet.