50 Tage

Die Osterzeit ist länger als die Fastenzeit! 50 Tage von Ostern bis Pfingsten. Das ist ein langer Weg, um sich noch zu besinnen.

Hier ist von Pater Claude Tassin ein französisch liturgisches Lied, das diesen Zeitraum sehr gut beschreibt. Hoffentlich, verrät die Übersetzung die Botschaft nicht zu viel!

Fünfzig Tage,
dass das Weizenkorn, in die Erde gefallen, seine Ernte anbietet!
Wie viele Tage, dass der Geist die Frucht seiner Liebe in uns reifen lässt?


Ref. Vom vergossenen Blut bis zum ausgegossenen Geist,
Führe uns Herr Jesus!

Fünfzig Tage,
Dass die Galle von Golgatha
ein feierndes Volk berauscht!
Wie viele Tage, dass der Geist
uns im Geschmack des neuen Weins ausbildet?

Fünfzig Tage,
dass der Stein der Verachtung
zum Eckstein wird!
Wie viele Tage, dass der Geist
seinen heiligen Tempel in uns vollendet?

Fünfzig Tage,
Dass die Sackgasse des Kreuzes
zum Evangelium wird!
Wie viele Tage, dass der Geist
in uns das Leben des Sohnes schreibt?

Fünfzig Tage,
Dass zwölf Männer ohne Macht
alle Völker treffen!
Wie viele Tage, dass der Geist des Knechtes uns an alle hingibt?

Der weiße Sonntag

In der alten kirchlichen Tradition begingen die in der Osternacht neu Getauften an diesem Tag feierlich den Abschluss ihrer „hebdomada in albis“ – der „Woche in den weißen Kleidern“, jener Woche, während der sie täglich in ihren Taufkleidern an der gemeinsamen Eucharistiefeier teilgenommen hatten. Noch heute wird in Erinnerung daran dieser Sonntag „Weißer Sonntag“genannt.

Leider haben wir dieses Jahr diese Menschen nicht getroffen.

Aber wir sind trotzdem auf den Spuren dieser Menschen spazieren gegangen und sie sind uns begegnet!

Die Freude am Ostern

Wie kann/darf man sich auf Ostern freuen und wirklich dieses Fest feiern?

in einer Kirche, die von Missbrauchsskandalen geschüttelt ist,
in einer Welt, die von Leid, Tod, Ungerechtigkeit, Krieg und Terror gepeinigt wird,
in einem Umfeld, das von Krankheit, Leid und Arbeitslosigkeit geprägt ist?

Doch, es darf auch verwundet Ostern gefeiert werden!
Auch der Auferstandene zeigt dem Thomas seine Wunden.
Sie sind sogar sein Erkennungszeichen.
In allen Verwundeten ist der Auferstandene zu finden.

Im Osterlicht erscheinen Wunden dennoch anders.
Sie tragen das Hoffnungslicht in sich.
Denn wenn wir Ostern feiern, kann sich der Himmel aufspannen
und ein neuer Geist darf hinein wehen in alles Leid.

Ostern lädt uns ein,
dass wir alles Hadern verbannen
und dass wir an die unbändige Kraft des Lebens und der Liebe glauben.
auch wenn es nicht leicht ist.

Ostern lädt uns ein,
das Licht der unfassbaren Liebe die Finsternis durchbohren zu lassen.

Die Freude der Auferstandenen der auf uns zukommt verursacht unsere Freude.

Diese Freude ist besonders tief und dauerhaft.


Sie zeigt uns
dass wir von uns selbst unfähig sind,
eine solche Freude zu empfinden.
Das ist das Geschenk des Auferstandenes.

Lassen wir uns begegnen und bleiben wir in Beziehung zu ihm!

In seiner Osternachtpredigt ( 05.04.2020) sagt uns der Papst Franziskus:

Heute Nacht erlangen wir ein Grundrecht, das uns nicht genommen werden wird: das Recht auf Hoffnung. Es ist eine neue, lebendige Hoffnung, die von Gott kommt. Sie ist nicht bloßer Optimismus, sie ist nicht ein Schulterklopfen oder eine freundliche Ermutigung. Sie ist eine Gabe des Himmels, die wir uns nicht selbst besorgen konnten. Alles wird gut, so sagen wir beharrlich in diesen Tagen und klammern uns dabei an die Schönheit unserer Menschlichkeit und lassen vom Herzen Worte der Ermutigung aufsteigen. Aber mit dem Verstreichen der Tage und der Zunahme der Ängste kann selbst die kühnste Hoffnung sich verflüchtigen. Die Hoffnung Jesu ist anders. Sie legt die Gewissheit ins Herz, dass Gott alles zum Guten zu wenden vermag, da er sogar aus dem Grab das Leben hervorgehen lässt.“


In dieser schwierigen Zeit wünschen wir Ihnen ein Grundrecht zur Hoffnung!