Herbst

Die Temperaturen sinken, die Tage werden kürzer, dunkel und kalt und es regnet viel.

Nun ändern sich die Blätter: das Grün wird gelb oder braun,  manchmal rot,  aber alle werden fallen.

Der Herbst ist mit seinen Farben ist angekommen!

Manchmal bringt diese Jahreszeit die Traurigkeit mit sich. Nicht nur der Schulbeginn mit seinen Herausforderungen ist anstrengend, sondern auch die dunklen Tage  und die längeren Nächte, die viel Energie abverlangen.

Der französische Dichter Paul Verlaine hat darüber sehr bekannte Verse geschrieben, die während des 2. Weltkrieges so wichtig waren:

Les sanglots longs                                        Seufzer gleiten
Des violons                                                     Die saiten
De l’automne                                                  Des Herbsts entlang,
Blessent mon coeur                                    Treffen mein Herz
D’une langueur                                              Mit einem schmerz
Monotone                                                       Dumpf und bang.

Tout suffocant                                              Beim glockenschlag
Et blême, quand                                           Denk ich zag
Sonne l’heure,                                               Und voll peinen
Je me souviens                                             An die Zeit,
Des jours anciens                                         Die nun schon weit,
Et je pleure                                                     Und muss weinen.


Et je m’en vais                                              Im bösen winde
Au vent mauvais                                         Geh ich und finde
Qui m’emporte                                             Keine statt…
Deçà, delà,                                                     Treibe fort,
Pareil à la                                                        Bald da bald dort,
Feuille morte.                                               Ein welkes Blatt.

Aber im Gegenteil sind    die Farben schön anzusehen! Die Natur hat einen majestätischen Mantel angezogen!

Traurigkeit und Erstaunen zugleich!

Es ist wie das Fest der Kreuzerhöhung. Die Liebe überwindet alles.

Ja alles geht zu Ende aber im Schoss unseres Herrn, der uns das ewige Leben gibt.

Dieses Lied für Komplet kann uns helfen: Gott ruft uns zur Vollendung des Lebens!

Im Sommer neue Kraft schöpfen

Jeden Sommer treffen wir  Xaviere-Schwestern uns in unserem Haus in der Provence, das „la Pourraque“ heißt. Vieles wurde über diesen Namen geschrieben, aber wahrscheinlich kommt dieser Name aus dem Lateinischen „pura aqua“ denn es gibt für das Haus eine eigene Quelle, die nie austrocknet, obwohl es im Sommer nicht viel regnet.

  • Jedes Jahr hören wird verkündet, wo wir hingeschickt werden. Es geht um die Gemeinschaft und die Arbeit. Manchmal wird eine Xaviere in einer Gemeinschaft geschickt und soll dann Arbeit finden, oder andersrum. Manchmal sind es viele, die im Jahr umziehen müssen, manchmal sind einige Jahre eher ruhig.

Meistens wissen wir im Laufe des Jahres, wer umzieht oder die Arbeit wechselt. Ist es noch zeitmäßig dieses Treffen zu erhalten? Eigentlich sollten wir dies befürworten. Es ist ein Teil der ignatianischen Spiritualität oder Umgangs Jesus mit seinem Jüngern (s. Markus 3, 13, 15: Jesus ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er auch Apostel nannte, dass sie bei ihm sein sollten und dass er sie aussendete zu predigen und dass sie Vollmacht hätten, die Dämonen auszutreiben). Wir versammeln uns, um von der Generaloberin geschickt zu werden.

  • Anschließend nehmen wir an einer oder zweitägigen Tagung mit einem besonderen Schwerpunkt teil. Alle zwei Jahre wird ein europäisches, um die Gründung des Ordens in Hamburg einzuschätzen. In dieser Zeit können wir uns austauschen oder Postulantinnen/Novizinnen kennen lernen.
  • Es findet in einem feierlichen Klima statt und manchmal tanzen wir sogar.  
  • Jedes Jahr machen wir auch die Exerzitien von Ignatius von Loyola. Das Haus wird plötzlich in den 10 Tagen ganz still, um Gott besser spüren zu können. Das Haus mit der schönen Kapelle und die Natur sind sehr angepasst, um sich zu besinnen. Es ist ein Geschenk, mit anderen Xaviere-Schwestern in der Stille zu beten. Das Kennenlernen vertieft sich so auf geheimnisvolle Art und Weise.
  • Das Haus ist manchmal das Zuhause für diejenige, die die ersten Gelübde oder die ewigen Gelübde ablegen. Die Vorbereitungen sind leicht denn wir sind viel zu helfen und wir sind sehr daran gewöhnt.
  • Und natürlich ist dieses Haus für alle offen. Die Gemeinschaft bietet vieles an (Exerzitien, Oasen, geistliche Begleitung, Angebote für die Karwoche)  und sie fühlen sich dort immer wohl. 
  • Unsere Gründerin bezeichnete  „La Pourraque“ als „unser liebes Sommernest“…. wo der  Familiengeist,  die Einfachheit und die Nächstenliebe,-  die Werte der Xaviere gelebt werden“

Stille Sehnsucht – Ein Film von Christian Wagner

Der Film fängt in dem heutigen Sarajewo an. Senada ist eine 30-jährige Frau, die für einen Immobilienmakler arbeitet, abends in die Disco geht, in einer Volleyballmannschaft spielt und mit einem großen Motorrad fährt. Auf den ersten Blick sieht sie wie eine Frau aus, die nach dem Krieg ihr Leben wieder in die Hände genommen hat. Aber es bleibt trotzdem ein Bruch in ihrem Leben: ihre 2-jährige Tochter Aida ist im Krieg verschollen. Als sie zufällig auf einen Artikel in einer Zeitschrift über die Evakuierung von Kindern durch das Rote Kreuz stößt, glaubt sie ein Kind aus ihrer Stadt zu erkennen und findet neue Kraft, um nach ihrer Tochter zu suchen. Dann gelingt es ihr, ihren ehemaligen Mann Samir zu überzeugen, sein Auto zu verkaufen, um den Schlepper bis nach Europa zu bezahlen.

Ihre Reise geht über Italien und Österreich bis nach Ulm, wo sie schließlich die Spur ihrer Tochter durch das Jugendamt findet. Senada hat nur eine Sache im Kopf: Aida wieder nach Bosnien zu bringen. Aber die Situation ist komplexer als gedacht: ihre Tochter, die jetzt Kristina heißt, wurde von einem deutschen Ehepaar adoptiert und kennt ihr eigene Geschichte nicht.

Dieser Film zeigt zwei Paare, die in zwei verschiedenen Welten leben und beide Aida/Kristinas Eltern sind. Die zentrale Frage des Filmes ist, zum wem das Mädchen gehören soll. Senada ist eine verletzte Frau, die geschwächt ist, dadurch dass sie illegal nach Deutschland gekommen ist und die Sprache nicht gut beherrscht, aber sie ist gleichzeitig eine starke Frau, deren Hartnäckigkeit den anderen Figuren zur Entwicklung beiträgt. Der innere Kampf der Figuren ist rührend. Durch kleine Hinweise entdeckt der Zuschauer, was Senada und Samir im Krieg erlebt haben. So enthüllt uns der Regisseur mit viel Fingerspitzengefühl die Realität der Kriegsopfer. Der Film unterstreicht auch die Notwendigkeit der Zeit und der Worte, um wieder lebendig zu werden, eine Auferstehungsgeschichte.