Am 31. Oktober

Vor einigen Jahren wartete ich auf einen neuen Feiertag, weil ich bemerkt hatte, dass es nicht so viele Feiertage in Hamburg gab wie in anderen Bundesländern.  Aus französischer Sicht war dieser Unterschied merkwürdig: eine solche Ungerechtigkeit innerhalb eines Landes ist in Frankreich unvorstellbar!

Und ich dachte mir: Wird es einen Tag geben, um den Frieden oder Europa oder die Umwelt zu schützen?

Ich war erstaunt, als der 31. Oktober geschenkt wurde, habe aber zugleich diese Entscheidung  bewundert. Auch wenn die Gesellschaft sehr säkularisiert ist, hat die Religion noch etwas zu sagen!

Als erstes ist dies eine schöne Botschaft: Die Religion wird als Bund zwischen den Menschen und nicht als Spaltung angesehen.

Zweitens ist dieser Gedenktag nicht ein Sieg gegen eine andere Konfession, sondern ein Tag der Dankbarkeit und auch eine Gelegenheit, um über die Ökumene nachzudenken oder konkret eine ökumenische Veranstaltung anzubieten. Der Krieg zwischen Katholiken und Protestanten ist längst vorbei und alle arbeiten nicht nur an einer Annäherung, sondern an der Einheit.

Und drittens können die Katholiken am Ende dieses Tages die Allerheiligen feiern!

Für die Kinder ist es auch eine Gelegenheit, Halloween besser zu feiern, weil sie schulfrei haben.

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Also vielen Dank für diesen Tag!

Weltmissionsmonat ! Getauft und gesandt.

Getauft und gesandt, die Kirche Christi auf Mission in der Welt, so lautete das Thema des von Papst Franziskus gewünschten außerordentlichen Missionsmonats, um uns zu helfen, „den missionarischen Sinn unserer Glaubensentscheidung für Jesus Christus wiederzufinden, …um der Welt das Heil des gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus zu bringen“.

Letzte Woche trafen wir in der französischsprachigen Gemeinde in Kleinem Michel Schwester Christine, die zu einer Ortsgemeinde in Nordostenindien gehört, vom Orden Missionary Sisters of Mary Help of Christians (MSMHC). Ich war dabei. Ihr Zeugnis hat mich tief berührt : wie  die Schwestern sich nicht nur in Schulen, Sozialstationen und Krankenhäusern engagieren, sondern auch in abgelegene Gebiete in den Bergen gehen, wo es manchmal keinen Fahrweg gibt.

Sie machen sich zu Fuß auf den Weg, zu zweit wie die Apostel, um die indigene Bevölkerung zu treffen, das Katechismus zu unterrichten und die primären Gesundheitsversorgung zu sichern, um bei der Bildung der Kinder zu helfen. Sie führen ein einfaches Leben, nach dem Evangelium, was uns herausfordert. „Tourings sisters“ nennt man sie.

Der missio-Aktionsfilm zum Weltmissionssonntag 2019 stellt die Region Nordostindien und die Missionsarbeit der katholischen Kirche in den „Sieben Schwesterstaaten“ vor.

Und ich als französische Xaviere-schwester hier in Deutschand gesandt, wie lebe ich meine Mission ? Es ist wahr, dass ich nicht barfuß auf unbefahrbare Wege in Sandalen gehe. Aber unbefahrbare Wege anderer Art gibt es auch hier. Meine Armut ist auch anders : ich erfahre, da ich die deutsche Sprache nicht gut beherrsche, dass ich nicht so „dienen“ kann, wie ich es möchte. Aber ich werde auf dem Weg von Jesus begleitet sowie von meinen Mitschwestern. Es ermutigt mich, vorwärts zu gehen und weiterzumachen. Einige säen, andere ernten. Ad majorem Dei gloriam

Sr. Françoise

Herbst

Die Temperaturen sinken, die Tage werden kürzer, dunkel und kalt und es regnet viel.

Nun ändern sich die Blätter: das Grün wird gelb oder braun,  manchmal rot,  aber alle werden fallen.

Der Herbst ist mit seinen Farben ist angekommen!

Manchmal bringt diese Jahreszeit die Traurigkeit mit sich. Nicht nur der Schulbeginn mit seinen Herausforderungen ist anstrengend, sondern auch die dunklen Tage  und die längeren Nächte, die viel Energie abverlangen.

Der französische Dichter Paul Verlaine hat darüber sehr bekannte Verse geschrieben, die während des 2. Weltkrieges so wichtig waren:

Les sanglots longs                                        Seufzer gleiten
Des violons                                                     Die saiten
De l’automne                                                  Des Herbsts entlang,
Blessent mon coeur                                    Treffen mein Herz
D’une langueur                                              Mit einem schmerz
Monotone                                                       Dumpf und bang.

Tout suffocant                                              Beim glockenschlag
Et blême, quand                                           Denk ich zag
Sonne l’heure,                                               Und voll peinen
Je me souviens                                             An die Zeit,
Des jours anciens                                         Die nun schon weit,
Et je pleure                                                     Und muss weinen.


Et je m’en vais                                              Im bösen winde
Au vent mauvais                                         Geh ich und finde
Qui m’emporte                                             Keine statt…
Deçà, delà,                                                     Treibe fort,
Pareil à la                                                        Bald da bald dort,
Feuille morte.                                               Ein welkes Blatt.

Aber im Gegenteil sind    die Farben schön anzusehen! Die Natur hat einen majestätischen Mantel angezogen!

Traurigkeit und Erstaunen zugleich!

Es ist wie das Fest der Kreuzerhöhung. Die Liebe überwindet alles.

Ja alles geht zu Ende aber im Schoss unseres Herrn, der uns das ewige Leben gibt.

Dieses Lied für Komplet kann uns helfen: Gott ruft uns zur Vollendung des Lebens!