Der Karsamstag

Der Samstag zwischen Karfreitag und Ostersonntag ist ein Dazwischen-Tag. Ein komischer Tag: Es ist zugleich der Tag der Grabesruhe des Herrn und die Vorbereitung auf den Tag der Auferstehung. Wir sind alle aufgefordert, am Grab Christi betrachtend zu weilen, um über das Geheimnis seines Leidens und Sterbens nachzusinnen. Aber wir glauben gleichzeitig, dass er auferstanden ist.

An diesem Tag, was können wir also tun? Nichts anders als abwarten, warten, erwarten. Mit Maria ist unsere Erwartung mit der Hoffnung erfüllt, denn die Auferstehung trägt uns durch, diese Dunkelheit zu betrachten. Beim Beten können wir unser Glaubensbekenntnis vertiefen, um eine Erfahrung zu machen: Jesus ist wirklich gestorben. „Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgefahren in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten.“ Er ist in die tiefste menschliche Not hineingegangen deshalb hat er unserem Tod die Bitterkeit genommen.

Die Höllenfahrt ist kein sehr realistisches Bild, aber ein sehr starkes. Es sagt, dass Jesus den Tod vollständig durchdrungen hat. Er hat ihn nicht einfach erlitten, sondern er ist gestorben, um auch an den dunkelsten Ort der Welt das Licht zu bringen. Er bringt allem, was tot ist, die Frohe Botschaft: Gott hat den Tod besiegt, es wird der Tag kommen, an dem alles voller Licht und Leben ist. Es wird keinen dunklen Ort mehr geben. Dann geht Jesus wieder nach oben und fährt hinauf in den Himmel.

Wichtig ist es also, nicht zu schnell das Osterfest vorzubereiten. Dieser Tag des persönlichen Gebets ist wichtig, um alles in uns und mit unserer leidenden Welt und unseren Verstorbenen die Erleuchtung Jesu eintreten zu lassen. Je mehr wir vor diesem Geheimnis weilen, desto starker wird die Freude der Auferstehung in uns erschallen. Das wird nicht geistig erklingen, sondern existentiell!

Wir sind mit ihm auferstanden!