Fünfzig Tage, um Ostern zu verstehen! Von Ostern zu Pfingsten

Nach Ostern genießen wir die feierliche  Osterzeit 50 Tage lang. Das ist eine länger als die Fastenzeit. Nach dem Johannesevangelium (20, 19-23) ist dennoch gleichzeitig Ostern und Pfingsten beschrieben:

„Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. 

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 

Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“.

Jesus erscheint, stärkt den Glauben seines Jüngers und haucht sie an. Zweifellos ist dieser Hauch der Heilige Geist. Er bringt ihnen Frieden, Freude und eine Aufgabe dazu: er sendet sie aus.

Ist es nicht genau das, was Pfingsten mit dem Heiligen Geist  bringt? Die Früchte des Heiligen Geistes und die Notwendigkeit, nicht für sich selbst diese Freude zu behalten.

Warum also 50 Tage bis zu Pfingsten? 50 Tage zum Verstehen, um sich dem Heiligen Geist zu öffnen.

Seltsam ist auch: Die Sendung befindet sich vor dem Hauch, als ob die Jünger ein Risiko eingehen sollten,  um die Zuversicht des Heiligen Geistes zu empfangen.

Zwei Bilder sprechen mich sehr an:

  • Dieses Bild aus dem Kloster Silo in Spanien.

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Die Erscheinung des Herrn an Thomas. Thomas war nicht bei den Jüngern und will unbedingt unverrückbare Zeichen um zu Glauben.

Der Künstler zeigt hier, wie Thomas die Seite des Herrn betastet. Er geht weiter als die Schrift, weil wir nicht genau wissen, ob Thomas das wirklich gemacht hat. Sichtbar ist auch, dass Jesus  mit seinem langen Arm beim Zeigen seiner Seite, ihn gleichzeitig segnet. Er empfängt  den Heiligen Geist. Jesus Gesicht ist voll Liebe, ohne Urteil.  Die Apostel, die dabei stehen  verurteilen ihn auch nicht. Als Thomas ruft: „Mein Herr und mein Gott!“,  hat sich Pfingsten für ihn ereignet. Und für die Apostel auch.

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  • Das Tympan in Vezelay

 

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Es ist auch ein großartiges Bild der Schrift. Jesus ist sehr groß: Es der Christus zur Rechten des Vaters, der auf einem Thron saß. Aber er bleibt nicht im Himmel:  Er erscheint den Jüngern in ihrer  Das Leben in ihm strahlt so stark aus, dass sich alles bewegt. Jesus mit seinen großen Händen segnet die Jünger und haucht sie an. Das ist der Hauch  des Lebens mit Wasser und  Sonnenstrahlen: alles in der  Schöpfung  ist verändert. Die Jünger bekommen dieses Leben und sind gesandt in die Welt, wo sie unterschiedliche Menschen treffen werden: unten können wir die Völker mit großen Ohren, große und kleine Menschen,  geopferte Tiere sehen  (s. das ganze Tympan)…

Sr Claire-Cécile