Straßennamen

IMG_0296Unterwegs in Heide fällt mein Blick auf den Straßennamen: Hölle. Und gleich darunter ein Schild: Durchfahrt verboten. Da ist die Versuchung groß, mir ein ein paar theologische Gedanken zu machen, zumal ich in Lübeck ja auch schon den Straßennamen Fegefeuer gesehen habe. Warum auch immer Straßen diese Namen tragen müssen, was auch immer an diesen Orten geschehen sein mag, weder das Fegefeuer, noch die Hölle sind für mich reelle Orte, die uns nach unserem Ableben erwarten. Fegefeuer sagt mir etwas von der unglaublichen Liebe Gottes, die dann alles, was mich in meinem Leben gehindert hat zu lieben, zu heilen, zu geben, wegfegt in ein Feuer, dass all diese negative Energie verbrennt. Für immer. Die Hölle besteht für mich dann nur als Möglichkeit, diese Liebe in aller Freiheit zu verweigern,an allem Zerstörerischen festzuhalten. Ich bin der festen Überzeugung, dass es im Angesicht unseres liebenden Gottes nur eine Freiheit gibt, nur eine Möglichkeit, frei zu sein. Die Freiheit, die lang ersehnte Freiheit uns endlich von ihm lieben zu lassen. Ohne Aber. Alles andere ist keine Freiheit für mich, sondern Fesseln, Blindheit, Arroganz, Verletzung.

So schaue ich wieder auf die beiden Straßenschilder und nehme dieses Bild als tröstliche, befreiende Botschaft mit: Zur Hölle ist die Durchfahrt verboten. Erlaubt ist, sich der unendlichen Liebe Gottes anzuvertrauen.

Gudrun