Drei Tage im Karmel Maria Regina Martyrum in Berlin

 

P1010333Jedes Jahr macht jede Xavière-Gemeinschaft drei Tage Exerzitien (Schweigen und Beten), vor oder nach Weinachten und vor oder nach Ostern. Dieses Jahr haben wir dieses Triduum in März im Karmelkloster der Karmeliterinnen in Berlin verbracht. Wir kannten es nicht und wir sind sehr bewegt geworden.

Die Anfänge dieses Klosters liegen im Karmel Dachau, von wo aus 1982 mehrere Schwestern nach Berlin aufgebrochen sind und 1984 das neu gebaute Kloster neben der Gedenkekirche „Maria Regina Martyrum“ im Berliner Stadtteil Charlottenburg bezogen. Dieses Kloster hat den Auftrag, für den Frieden zu beten, weil es in der Nähe der Gedenkstätten Plötzensee liegt. Es war ein riesiges Gefängnis, wo Dietrich Bonhoeffer 18 Monaten  lang inhaftiert war und ca 3000  Menschen hingerichtet wurden.

 

 

 

 

Das Kloster blickt auf die Gedenkkirche Maria Regina Martyrorum, die Dr. Erich Klausener, Dompropst Bernhard Lichtenberg und die beiden Kreisauer, den Jesuitenpater Alfred Delp und Helmuth James Graf von Moltke gewidmet ist aber  pars pro toto den Vielen, oft gar nicht namentlich bekannten Opfer der NS Diktatur.

In direkter Nachbarschaft liegt auch die Evangelische Gedenkkirche mit dem “Ökumenischen Gedenkzentrum Plötzensee”. Das  markiert, dass das Gedenken eine gemeinsame Aufgabe beider Konfessionen ist, wie auch der gemeinsame Widerstand spät, -aber nicht zu spät- die konfessionellen Grenzen sprengte.

 

Der Hof der Kirche und  der Glockenturm erinnern an den Hof und Turm des KZ. Die Kirche stellt sich wie ein Sarkophag vor.

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Innen vor der Unterkirche (Krypta): Das Aufgehobensein des Todes im Leben tritt dem Betrachter plastisch entgegen in dem gewölbten Leib der Mutter, der Pieta. Diese Skulptur wird zum Symbol aller, die glauben, hoffen und lieben. Täglich versammeln sich hier die Schwestern und Besucher nach dem Mittagsgebet in der Kapelle zum Gebet um Frieden.

Über eine Treppe gelangt man nach oben zunächst in die kleine Taufkapelle und dann in den großen Kirchenraum, dessen Betonwände fensterlos sind. Das Licht dringt ausnahmslos auf indirekte Weise durch Lichtbänder über die eingehängte Flachdecke und zuseiten der Stirnwände ein. 

 

Die Altarwand trägt das große farbige Wandbild von Georg Meistermann. Dieses Altarbild, das die Vision des Himmlischen Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes zeigt, ist Abschluss und Hinweis zugleich: Es schließt den Kirchenraum nach Osten ab – zur aufgehenden Sonne hin als Symbol für den auferstandenen Christus und zugleich ist es ausgerichtet auf die Gedenkstätte Plötzensee, die etwa 1,5 Kilometer östlich der Kirche liegt.

Dieser Ort der Ökumene und die Schicksale der  Menschen dort haben unser Triduum tief geprägt.

Wir wollten mit  Jesus über sein Leben und Tod beten. Alles wies darauf hin:

Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Übergang zum Leben in der Gemeinschaft mit Gott.