Das Gebet der „liebenden Aufmerksamkeit“ in Corona-Zeiten

Hochzeit zu Kana

Wie wäre es, diese Corona-Zeit oder Zeit der Kontaktbeschränkungen zu nutzen, um als Paar oder als Familie oder sogar allein .das „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“, zu beten. In einem Wort, ein Rückblick auf den Tag, um den Bund zwischen uns und mit dem Herrn zu erneuern und seine Spur, seine Gegenwart in unserem Alltag zu suchen und zu finden.

Hier sind 3 Vorschläge als Ehepaar, Familie oder allein. Sie wurden von Marie-Christine, Xavière-Schwester und Marie-Hélène, einer Laiin, für die Fachstelle „Geistiges Lebens“ des Bistums Marseille geschrieben.

1. Das Gebet der „liebenden Aufmerksamkeit“ als EHEPAAR

Macht es euch bequem; schaltet die Telefone aus; zündet eine Kerze an, als ob ihr den Herrn, unser Licht, zu diesem Austausch einladen wolltet. Wir nehmen uns die Zeit, einander zu sagen, wie es uns nach dieser Woche oder diesem Monat der Kontaktbeschränkungen, der Quarantäne geht. Was ist das vorherrschende Gefühl? Furcht, Sorge, Beruhigung, Zustimmung oder Einwilligung? Folgt dann den nachstehenden Hinweisen

Sich gegenseitig danken

Bei allem, was wir diese Woche oder diesen Monat gemeinsam durcherlebt haben: Was hat unser gemeinsames Leben aufgebaut?  Z.B.: die Abende oder die Momente als Liebende, die Tatsache, einander anziehend zu bleiben, ein gemeinsames Projekt, Unterstützung bei der Arbeit oder im Haushalt, das Gebet… Gab es glückliche, angenehme Überraschungen? Was habe ich über mich selbst, über dich entdeckt? Was habe ich von dir empfangen, bei der Arbeit oder Homeoffice Arbeit, oder gemeinsam zu Hause, bei Familien-Sorgen, das mir geholfen hat? Über all dies sprechen und sich gegenseitig danken.

Sich gegenseitig um Verzeihung bitten

Was war für mich schwierig, was hat mich in deiner Haltung traurig gemacht, wegen dessen, wer ich bin, oder wegen der Umstände, oder …? Wie habe ich dir durch meine Haltung, meine Worte wehgetan (dich verletzt) oder betrübt? Wie hast du das erlebt? Z.B.: mein Mangel an Planung und Organisation, das Gefühl, sich zu Hause um alles kümmern zu müssen, der Mangel an Dialog, Spannungen, Ärger… Ich versuche auszudrücken, was mich in Schwierigkeiten gebracht hat, wie ich mich gefühlt habe, ohne meinem Ehepartner die Schuld zu geben. Voller Einfachheit darüber reden, um Vergebung zu bitten.

Uns erneut erzählen, wie wir gemeinsam weitergehen möchten

Jeder kann dem anderen sagen, was er in der nächsten Woche tun möchte, um das gemeinsame Leben zu verbessern. Was würde mir helfen, besser diese Zeit zu leben? Was war es, das wir tun wollten, was wir nicht getan haben? Zuletzt wenden wir uns gemeinsam dem Herrn zu und bitten ihn um genügend Kraft für jeden Tag: körperlich, moralisch und geistig. Wir vertrauen ihm unsere Lieben und unser Leben an.

Abschließend beten wir gemeinsam das Vaterunser.

2. Das Gebet der „liebenden Aufmerksamkeit“mit der Familie

Nehmt euch die Zeit, euch bequem an einen Couchtisch hinzusetzen. Eine Kerze anzünden, um die Gegenwart Christi, unseres Lichtes zu bedeuten. Er ist bei unserem Austausch anwesend.

Am Anfang, uns gegenseitig danken : Jeder von uns stellt sich ein paar Fragen: Was hat mich in dieser Woche glücklich gemacht, was hat mich gefreut, was habe ich von den anderen in der Familie empfangen? Können wir uns z.B. für das gute Essen bedanken, oder für das gemeinsam zubereitete Dessert oder für die gemeinsamen Spielmomente, für die gemeinsam angeschauten Filme, für die Hilfe und Geduld von Mama/Papa bei den Hausaufgaben, für die Bemühungen der Kinder, die Arbeit oder die Ruhe der Eltern zu respektieren… Was Schönes habe ich an mir selbst oder an anderen entdeckt? Was habe ich gelernt zu tun? Um sich gegenseitig zu danken, drückt sich jeder, jede aus und hört den anderen zu, jedem der Reihe nach, ohne Unterbrechung?

In einem zweiten Schritt sieht sich jeder an, was für ihn schwieriger war, was ihm auf dem Herzen bleibt (er…hat) und was ihn traurig macht. Zum Beispiel: Ich wurde durch ein Wort oder eine Weigerung (eine Absage, ein Nein) verletzt, ich ärgere mich über die Hänseleien meines Bruders oder meiner Schwester, oder ich habe meine Hilfe in der Küche oder beim Putzen verweigert… oder es fehlte mir die Geduld… oder irgendetwas anderes, das eine schlechte Stimmung im Haus verursacht haben könnte.

Sich gegenseitig um Vergebung bitten : Den Herrn bitten, uns alle zusammen in seiner Liebe zu nehmen. Jeder Mensch lebt in dieser Zeit der Quarantäne und der Kontaktbeschränkungen auf andere Weise: für einige ist es leichter als für andere. Wir müssen uns gegenseitig als Familie helfen, um diese Zeit auf Dauer leben zu können. Deshalb teilt jeder den anderen mit, die Hilfe, die er (sie) braucht für die kommende Woche: z.B. meine Wünsche, meine Vorschläge, mein Bedürfnis, angehört zu werden, mein Bedürfnis nach Hilfe bei etwas…

Zum Schluss wenden wir uns an den Herrn. Jeder kann den Herrn ganz einfach um etwas bitten, ohne schöne Worte zu benutzen…Gemeinsam das Vaterunser beten, um unser Gebet zu beenden.

Mit einem guten Imbiss oder Dessert abschließen.

3. Gebet der liebenden Aufmerksamkeit allein

Einen ruhigen Moment finden, schalten Sie das Telefon aus, nehmen Sie sich die Zeit, sich bequem hinzusetzen, atmen Sie ruhig durch.

Hier bin ich: Im Angesicht Gottes, der mich erwartet. Ich komme, wie ich bin, mit allem, was ich trage, wie ich in dieser Zeit der Kontaktbeschränkungen bin: müde oder glücklich oder entmutigt, wütend oder erstaunt… Ich versuche das Gefühl, das in mir wohnt, zu benennen: Beschwichtigung, Zustimmung, Angst…? Ich bitte den Herrn um sein Licht, um mein Leben mit ihm erneut zu schauen.

Danke sagen: Ich schaue auf die letzte Woche oder den letzten Monat, um das Erleben, dass meine Geschichte mit Gott ist, zu kosten. Mir wird alles Gutes, das ich empfangen habe, bewusst. Es bringt mich dazu, dem Herrn zu danken, der die Quelle des Lebens und der Liebe ist. Zum Beispiel die schönen Gesten, die ich gesehen habe: eine Geste der Solidarität, der Applaus um 20 Uhr, ein erhaltener oder gegebener Telefonanruf, E-Mails und SMS, Videokonferenzen, eine Vergebung, die ich vielleicht gegeben oder erhalten habe, etwas Unerwartetes, ein Wort des Evangeliums, das ich für mich hörte, die Wortgottesdienstübertragungen, die Lesungen, die mich nährten… meine Fähigkeit, mich an diese Zeit anzupassen, meine Gelassenheit (die Ruhe),  meine Kreativität, …?  All dies wird zum Zeichen der Gegenwart und des Handeln Gottes im Laufe des Tages. Ich danke ihm.

Um Vergebung bitten: Ich schaue mir an, was eine Quelle der Traurigkeit, Bitterkeit und Entmutigung war. Zum Beispiel: meine Neigung aus Angst vor Mangel, Dinge anzuhäufen, meine Beschwerden, meine Ungeduld, meine Wut, meine Lust auf gar nichts, meine Abkapselung, meine Urteile über das Verhalten anderer Menschen. Vergib mir, Herr.

Bitte und Vorausschau: Um die Prüfung dieser Kontaktbeschränkungen oder Quarantäne auf Dauer durchzuhalten, brauche ich die Hilfe Gottes. Ich bitte ihn darum… Ich spreche zum Herrn über das, was mich erwartet, über meine Sorgen… Ich bitte ihn, mit ihm und durch ihn jede Begegnung, jedes bescheidene Ereignis zu leben.

Beenden : Mit dem Vaterunser oder einem Gebet des Vertrauens in Gottes Hände.

Pfingsten und das Erlernen einer Sprache


Pfingsten. Ich meditierte heute Morgen früh über das Pfingstereignis in der Apostelgeschichte, wie die Apostel nach dem Kommen des Heiligen Geistes in anderen Sprachen zu reden begannen, wie jeder in Jerusalem sie in seiner Sprache reden hörte und sich fragte :“ Wieso kann jeder von uns sie in seiner Muttersprache hören?“

Es brachte mir dazu, an meine Erfahrung angesichts meines Umzugs nach Deutschland als Französin zu denken und an mein Erlernen der deutschen Sprache. In Zungen reden ist nicht für alle zugänglich. Paulus sagt es in dem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 14, 5): „Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, baut die Gemeinde auf. „Wer prophetisch redet, ist größer“, fügt er hinzu. Aber was heißt prophetisch reden?

Die Worte von François Cheng, einem französisch-chinesischen Schriftsteller kamen mir wieder in Erinnerung. „Warum sollte es uns überraschen, dass das Erlernen einer Sprache ein wesentlicher und komplexer Prozess ist? Mehr als nur eine Frage des Gedächtnisses muss man Körper, Geist, die gesamte Verstandes- und Vorstellungsfähigkeit mobilisieren, da man nicht eine Reihe von Wörtern und Regeln lernt, sondern eine Art zu fühlen, wahrzunehmen, zu argumentieren, unvernünftig zu sein, zu fluchen, zu beten und schließlich zu sein.“

„Jeder Exilant kennt am Anfang die Qualen des Verlassens, des Elends und der Einsamkeit. Hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach der Vergangenheit und dem rauen Zustand der Gegenwart erlebt er ein „stilleres“, demütigenderes Leiden, das ihn plagt: Da er die Sprache seiner Wahlheimat nur rudimentär beherrscht, sieht er sich in den Augen der Menschen zu einer beschränkten Person herabgesetzt. Indem er Wörter oder Sätze benutzt, die manchmal nur annähernd, radebrechend sind, die nicht in der Lage sind, eine klare und kohärente Erzählung zu liefern, erweckt er den Eindruck, als ob er keine Gedanken oder gar keine Gefühle hätte“. François Cheng, Le Dialogue, une passion pour la langue française, DDB, 2002

Akkulturation bedeutet eine neue Geburt, einen Neuanfang, der es erfordert, dass ich mich von etwas löse, um ein neuer und anderer Mensch zu werden. Es erfordert Zeit, Ausdauer und Geduld. Jeden Tag.

Auf der Ebene des Glaubens hilft mir die Betrachtung der Menschenwerdung Jesu Christi. Das Wort, das am Beginn der Welt da war, ist Fleisch geworden. „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich“ Ph 2, 6-7. Das Wort am Beginn der Welt lernt wie jeder eine menschliche Sprache, er lernt bei seinem Vater Josef und seiner Mutter Maria die Geste des Alltags, die Worte des Gebets, einen Beruf.

Dies zu betrachten, tröstet mich und die Gegenwart Jesu in dem Prozess der Akkulturation, gibt mir Mut täglich weiterzugehen. Lesen, Vokabel lernen, Grammatik üben ist die erste, ganz bescheidene Phase des Zeugnisses, im Namen Jesus und für seine Herrlichkeit, als Antwort auf seine Liebe zu mir, zu allen.

FA

Den Heiligen Geist beten

Pfingsten ist sinnvoller wie denn je !

Mit dieser Koronavirus Krise brauchen wir für jede-n von uns und für die Welt einen Tröster, ein Licht, ein Herz, ein Ohr. Es ist eine Einladung, um umzukehren und Gott unsere Welt anzuvertrauen. Wir können auch für die Regierende dieser Welt beten, damit sie richtige Entscheidungen für die Menschen und die Schöpfung treffen.

Dieses Gebet, die Pfingstequenz ist ein lateinischer Hymnus das „Veni Sancte Spiritus“, das aus dem 13. Jahrhundert entstanden ist, besteht aus zehn Strophen von drei Zeilen: Das Kommen des Heiligen Geistes wird erbeten! Dieses Gebet ist immer noch sehr aktuell und wir können während dieser Tage zwischen Himmelfahrt und Pfingsten es wiederholen, so dass wir es auswendig beten! Es sollte normalerweise am Pfingstsonntag vor dem Evangelium gesungen werden.

in St Petersdom in Rom

Komm herab o Heiliger Geist,


Komm herab, o Heil’ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.


Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,

Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.

In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.


Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,

kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,

deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit. Amen. Halleluja.